Wenn’s nach Venice geht…

… dann lass ich’s mir natürlich nicht nehmen, auch ein paar Wörter darüber zu verlieren. Gereist wurde mit dem Zug, ganz bequem zu 6. in EINEM Schlafabteil. Definitiv nichts für Leute mit Klaustrophobie (vielen auch unter der eigentlich falschen Bezeichnung „Platzangst“ bekannt), aber da wir ja hier in keiner Psychologie Vorlesung sitzen nun zurück zum Thema: Dem Kurztrip nach Venedig.

Bevor es so richtig losgeht noch ein paar Details für alle die es genauer wissen wollen. Gereist wurde wie gesagt mit dem Nachtzug der ÖBB. Abfahrt 20:42 in Wien, Ankunft irgendwann nach 8 Uhr in der Früh in Venecia Santa Lucia. Grund für die lange Reise war unter anderem ein 2 stündiger Aufenthalt am Salzburger Hauptbahnhof. Nachdem uns zwei Zugbegleiter auf die Frage nach Getränken immer wieder zum anderen Kollegen schickten, eine durchaus sinnvolle Pause, um sich mit Proviant einzudecken (also mit dem was ein Snack-Automat halt so hergibt: teure Nüsse und kein Bier). Außerdem kann man den Stillstand gleich dazu nutzen einzuschlafen, das geht nämlich wesentlich besser wenn nicht alles scheppert und man Angst haben muss, bei einer Bremsung vom „Bett“ zu fallen.

Ich hab es jedenfalls geschafft zu schlafen, auch wenn es nicht wirklich erholsam war. Am Morgen noch schnell ein Frühstück, bestehend aus einer Semmel, einer Marmelade und einem Kaffe, verdrückt und raus aus dem Zug, rein nach Venedig. Was ich sonst noch so über Venedig zu sagen habe?

The good…

Zu Beginn mal ein Punkt, der eigentlich nichts mit der Stadt an sich zu tun hat, aber trotzdem zu „Good“ zu zählen ist: Zeit mit der Familie. Ist ja immerhin nicht alltäglich, dass man mit ihr ein paar Tage unterwegs ist. Da stört es auch nicht, wenn man sich für ein paar Stunden gefühlte 2 Quadratmeter teilen muss:

Und die Stadt? Ja die ist auch schön. Mir gefallen die Wasserstraßen und die vielen Boote 🙂 Es gibt Taxi-Boote, Bus-Boote, Kran-Boote, Last-Boote uvm.:

Hat irgendwie auch was beruhigendes, wenn jeder mit seinem Boot an dir vorbei duckert, langsam und gmiadlich. Und wenn man abends auf der Terrasse sitzt, fällt einem erst auf, wie angenehm ruhig die Stadt ist. Kein Autolärm, und sonst eigentlich auch nichts. Ich finde Venedig an sich hat ein recht chilliges Flair, zumindest theoretisch. Denn da gibt’s ja noch was anderes, womit wir auch schon beim nächsten Punkt angelangt sind…

…the bad

Die Touristen. Anfang Mai ist noch nicht wirklich Hauptsaison, aber das dürfte den Leuten in Venedig wohl keiner gesagt haben. Ich habe ja eigentlich nichts gegen Menschenmassen, aber in Venedig hat es mich gestört. Vielleicht lag es an den engen Gassen in der Stadt, ich weiß es nicht, aber muss nicht unbedingt nochmal sein. Ich möchte nicht wissen, wie es in ein paar Wochen dort so abgeht. Falls ich nochmal hinfahre, dann wohl im Winter 🙂

…and the ugly

Das Einzige, was ich in dieser Kategorie anführen kann ist wohl diese Taube:

Meiner Meinung nach „ugly“, wobei eigentlich auch arm. Ich würde glatt sagen, die ist vom Auto angefahren worden, aber sowas kann einem in Venedig ja nicht passieren, also dürfte sie wohl gesundheitlich nicht ganz so fit gewesen sein. Wenn ihr diese Zeilen hier lest, lebt sie wahrscheinlich nicht mehr – behaupte ich jetzt einfach mal so.

Aber sonst? Entgegen aller Geschichten die ich so gehört habe, war ich eigentlich positiv überrascht. Kaum Tauben, kaum Mist auf den Straßen (außer rund um die viel zu selten angetroffenen Mistkübel), keine Gackerl (trotz vieler Hunde und kaum Grünflächen), kein Gestank. Wie gesagt, eine nette Stadt, wenn da nicht diese Touristen (inkl. meiner Wenigkeit) wären. Aber das hatten wir ja schon.

Wenn ich jetzt eure Lust auf eine Bahnfahrt nach Venedig geweckt habe, dann möchte ich euch gleich unsere Bahnfahrtshymne mit auf den Weg geben. Ein genialer Song von einem genialen Kabarettisten – Mike Supancic. Enjoy!

3 Gedanken zu „Wenn’s nach Venice geht…

  1. Wie von meiner Tante richtig angemerkt, blieb eines unserer Erlebnisse komplett unerwähnt – das Erdbeben.
    Das erste schwere Beben war zwar Kilometer entfernt, aber auch in Venedig deutlich zu spüren. Ganz schön freaky so ein Erdbeben – aber uns ist ja zum Glück nichts passiert

  2. Als Arbeitskollegin und Reisepartnerin der (lieben) Tante kann ich Ihnen – unbekannterweise, aber dafür umso ehrlicher – zu dieser Venice-Story nur herzlich gratulieren. Die ist besser, als alles, was Tante je erzählen könnte – und sie kann sehr gut erzählen! – und fällt für mich, die ich im Print und im Netz viel zu Gesicht bekomme, in die Kategorie journalistisch-stilistischer Volltreffer!

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