I AMsterdam

Nachdem es vor einiger Zeit mit der Family nach Venedig ging, stand nun mit meiner Freundin Amsterdam am Programm. Meine Eindrücke aus der holländischen Hauptstadt möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, deshalb gibt es nach etwas längerer „Nachdenkpause“ wieder eine Kleinigkeit zu lesen.

Diesmal erfolgte die Anreise nicht in einem Schlafabteil der ÖBB, sondern ganz unspektakulär – dafür um einiges schneller – per Flugzeug. In die Stadt direkt brachte uns aber – wie schon nach Venedig – der Zug. Mit der Ankunft am Hauptbahnhof bzw. dem Verlassen der Bahnhofshalle enden meiner Meinung nach die Gemeinsamkeiten. Diesmal hab ich mir wie gesagt etwas mehr Zeit gelassen, damit ich das „Venedig des Nordens“ (Bezeichnung von Lodovico Guicciardini) bzw. „Zweifach-Venedig“ (so bezeichnete es der niederländische Dichter Constantijn Huygens – was auch ziemlich treffend ist, da Amsterdam rund doppelt so viele Kanäle hat wie Venedig) nicht vorschnell beurteile. Aber alles der Reihe nach.

Der erste Eindruck

Der Vergleich hinkt wohl ein wenig, trotzdem stelle ich ihn an, da es mir bei der Ankunft durch den Kopf ging: In Venedig verlässt man die Ankunftshalle und steht auf einem – wenn auch von Touristen überfüllten – Platz, sieht den Bootsverkehr am Canal Grande, die ersten schönen Häuser und Hotels und möchte die autofreie Stadt gleich weiter erkunden. Amsterdam hinterlässt einen weniger guten ersten Eindruck. Erstens gibt es Autos (Ok, ich hör schon auf damit), zweitens fühlt man sich irgendwie verloren. Die Gegend rund um den Bahnhof finde ich eher trostlos (obwohl der eigentliche Bahnhof echt schön – und riesig  – ist).

Vielleicht lag es aber auch daran, dass es Sonntag früh war, und nicht wirklich viel los  war (bis auf ein paar Straßenkehrer, die den Dreck von Samstagabend beseitigten – dürften aber noch nicht lange gearbeitet haben). Ich weiß nicht warum, aber auf dem Weg zum Hotel war ich ein wenig „schockiert“. Vielleicht lag es aber auch nur an meinen Erwartungen, weil ich mich erstmals schon vorab über die Stadt erkundigt habe – werde beim nächsten Urlaub wieder darauf verzichten 🙂

Liebe auf den zweiten Blick

Amsterdam zeigte sich bald versöhnlich, nämlich bei unserem ersten Stopp im Cafe Hoppe (ganz in der Nähe des Begijnhof). Am Gehsteig sitzen, Kaffee schlürfen und nebenbei das kostenlose WLAN nutzen – was will man mehr? Bei der Gelegenheit konnten wir auch gleich ein wenig den Verkehr beobachten und feststellen, dass Schutzhelme nicht sonderlich beliebt sind und mit Mopeds auch auf dem Radweg gefahren wird.

Das dritte und vierte Date

Die restlichen Tage ging es – meist bei Regen oder ähnlich schlechtem Wetter – zu Fuß durch die Stadt. Shoppen an den großen Einkaufsstraßen und Stadt bewundern in den kleinen Seitengassen. Die Stadt – bzw. das Zentrum – lässt sich eigentlich recht gut zu Fuß erkunden, so groß ist sie ja nicht. Ich persönlich bevorzuge die etwas abgelegenen Wege, weil man dort meist ein besseres Bild von der Stadt selbst bekommt (Architektur, Einwohner, Arbeitsplätze abseits von Einkaufsstraßen, Flair, Lokale etc.) Nette Plätzchen für eine Kaffeepause, gute Restaurants und schöne Parks gibt es auf jeden Fall genug.

Natürlich wurden auch einige Touristenattraktionen abgeklappert, meist jedoch nur von außen besichtigt. Ausnahmen wurden unter anderem bei der „Heineken Experience“ und dem „Anne Frank Haus“ gemacht, welches trotz langer Wartezeit in der Schlange definitiv einen Besuch wert ist.

Ein weiteres Highlight war ein netter Abend auf einem Hausboot. Wäre schon cool so ein Teil, aber leider liegen die Kosten für eine Anschaffung und Instandhaltung weit über meinem Budget. Aber auch wenn’s nur im Urlaub ist: der Flair bei Bier und Wein am Boot auf der Gracht, während die Nachbarn neidisch aus dem Fenster schauen und die Touristenboote vorbei duckern – das kann schon was. Ab und zu sieht man auch eine Gruppe die einfach mal eine Ausfahrt mit ihrem Boot macht und währenddessen grillt – auch sehr stylisch 🙂 Bevor ich aber allzu sehr ausschweife, lasse ich an dieser Stelle noch ein paar Bilder sprechen:

Nichtmal das Boot könnte ich mir leisten 🙁

Begijnhof


Keine langfristige Beziehung

Alles in allem waren es ein paar schöne Tage, aber so richtig verliebt habe ich mich in die Stadt nicht. Ich kann leider nicht genau sagen, woran es liegt, aber im Vergleich zu anderen Städten konnte mich Amsterdam nicht so richtig überzeugen. Klingt jetzt tragischer als es ist, kann mir schon vorstellen die Stadt noch ein paar Mal zu besuchen, aber mehr als ein kurzer Flirt wird es wohl nicht mehr. Aber wahrscheinlich lag es einfach nur am Wetter und dem unfairen Vergleich mit Venedig. Ist halt trotz Kanälen ein bisschen was anderes, hat aber immerhin auch Vorteile: Größere Straßen, Platz für Hausboote und weniger Touristen  🙂

2 Gedanken zu „I AMsterdam

  1. Hallo Chris,
    gefällt mir sehr gut dein Bericht. Habe direkt Lust bekommen wieder einmal nach Amsterdam zu reisen. LG Mama

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