Hands-On Nexus 7 – großes Tablet um kleines Geld

Viel wurde darüber geschrieben, lange mussten wir warten, aber seit kurzem ist es auch offiziell in Österreich erhältlich. Die Rede ist von Googles Vorzeigegerät in Sachen Tablet: Dem Nexus 7. Ich als Google Fan-Boy hab das Teil schon seit über einem Monat (Jahrestag und meiner Freundin sei Dank) und werde an dieser Stelle mal ein paar Worte darüber verlieren.

Nexus – was soll denn das sein?

Willkommen bei Google-Geräten für Einsteiger. In der heutigen Sitzung lernen wir etwas über den Begriff „Nexus“. Bei Hardware, die diesen Namen trägt, handelt es sich um Produkte, welche direkt von Google in Auftrag gegeben, und von Partnerfirmen hergestellt werden. Die Palette ist recht überschaubar: Die Smartphones Nexus One (von HTC), Nexus S, sowie das Galaxy Nexus (beide von Samsung), und das jüngste in der Familie – das Tablet namens Nexus 7 (hergestellt von ASUS). Vorteil: Mit einem Nexus bekommt man die neueste Android-Version immer direkt über Google – muss also nicht auf die diversen Hersteller-Updates warten. Geplant sind zukünftig übrigens mehrere Nexus Modelle, von verschiedenen Herstellern und in verschiedenen Preiskategorien, damit jeder was davon hat. Ein bisschen Werbung würde dann nicht schaden, damit die Leute auch wissen, das Google quasi eine eigene Produktlinie hat. So aber genug vom Exkurs – zurück zum Thema.

Google Nexus 7 

Das Tablet hat einen 7-Zoll-Display (1280×800 Pixel), einen Quadcore-Prozessor mit 1,3 Gigahetz, wahlweise 16 oder 8 Gigabyte (249€ bzw. 199€) Speicher (wobei in Österreich derzeit nur mit 16 GB erhältlich), und eine 1,3 Megapixel Frontkamera. Als Minuspunkte werden häufig die fehlende Kamera auf der Rückseite, der fehlende SD-Karten Slot zur Erweiterung des Speichers, sowie die reine WLAN-Funktion angeführt. Weil man sowieso alles auf Google findet, und ich hier niemanden langweilen will, teile ich euch einfach meine Erfahrungen hinsichtlich der Stärken und Schwächen des Nexus 7 mit.


Stärken:

Perfekte Größe. Manche meinen, dass ein 7-Zoll Tablet zu klein ist, und ein iPad oder Galaxy Tab doch viel besser wäre, aber im täglichen Gebrauch ist mir das noch nie negativ aufgefallen. Gerade beim Schreiben ist es super, weil man beide Hände zum Tippen verwenden kann.

Die Akkulaufzeit. Zwar läuft es bei Dauer-Videoschauen in HD nur knapp 6 Stunden, aber wer macht das schon? Ich jedenfalls nicht. Mein Nutzungsverhalten beschränkt sich auf Internet-Surfen, Mails checken, Games, YouTube, Kalender usw. Im Schnitt hält eine Akkuladung bei meinem Gebrauch ca. 2-3 Tage.

Der Grip. Die Rückseite des Nexus 7 besteht aus einer Art genoppten Gummi, was es sehr griffig macht, auch wenn man vor lauter Aufregung mal feuchte Hände bekommt. Man muss also keine Angst haben, dass einem das Teil aus der Hand rutscht.

(Vermeintliche) Schwächen:

Nur WLAN. Dass das Tablet über keine 3G Funktion verfügt, also ausschließlich über WLAN ins Internet kann, stört zwar manchmal – z.B. spontan in der U-Bahn – aber eigentlich nicht wirklich. In der Arbeit, im Stamm-Kaffe, zu Hause, und an vielen öffentlichen Plätzen gibt es ohnehin WLAN. Wenn nicht, dann wird einfach per Handy (bei dem heutzutage sowieso jeder unbegrenztes Datenvolumen hat) ein Hotspot eingerichtet und fertig.

Frontkamera. Ich dachte zwar nicht, dass mich das Fehlen einer Backkamera stört, aber im täglichen Gebrauch stellte sich das Gegenteil heraus. Ich kann zwar darauf verzichten, fand es aber schon einige Male schade. Ich bin bspw. oft unterwegs auf Veranstaltungen auf denen ich auch Fotos beruflicher bzw. ehrenamtlicher Natur mache, und da wäre eine gute Kamera auf der Rückseite schon hilfreich. So griff ich meistens zum Handy und musste Fotos erst über das Mobiltelefon mit anderen Leuten teilen, oder sie zuerst aufs Tablet schicken (Bluetooth, Mail, Cloud). Vor einigen Wochen habe ich auch noch über „mit-dem-ipad-fotos-machende-japanische-touristen“ gelästert, aber ich glaube mittlerweile, dass ich es genauso tun würde. Ist halt einfach praktisch, als Nexus 7 Besitzer muss man jedoch darauf verzichten. Ein weiterer Punkt, der bei einer Frontkamera meiner Meinung nach aber nicht wirklich ins Gewicht fällt: Die Kamera lässt sich nur beim Video-Chatten über SKYPE oder Google Hangouts etc. aktivieren. Es gibt keine eigene Kamera-App am Nexus, muss also erst heruntergeladen werden.

Speicher. Ich hab die 8GB Variante, wobei effektiv nur rund 6 GB zur Verfügung stehen. Derzeit hab ich noch rund 5 GB frei. Ich bin halt kein großer Filmschauer, für Musik hab ich meinen MP3 Player, Bilder spiele ich mir auch nicht extra aufs Tablet, und somit reicht mir der Speicherplatz vorerst vollkommen.

Kopfhöreranschluss. Meckern auf hohem Niveau, denn der Anschluss befindet sich auf der Unterseite des Tablets. Das ist beim auf der Couch rumlungern teilweise ein wenig störend, weil man das Tablet nicht absenken kann. Man muss es also ständig ein paar Zentimeter heben. In diesem Zusammenhang sei noch gesagt, dass der eingebaute Lautsprecher zwar ausreichend ist, aber nicht gerade umwerfend.

Play Store. Googles App-Store bietet in anderen Ländern (USA, GB, …) weit mehr als Apps. Es gibt dort Musik, Serien, Filme, Bücher etc. zum legalen Download – in Österreich muss man Aufgrund fehlender Rechte darauf verzichten. Wird oft als Schwäche gelistet, weil man nicht das ganze Potenzial von Google nutzen kann, aber ganz ehrlich: Ich hol mir meine Sachen anderswo.

Fazit:

Es tut was es tun soll, entlastet meinen Laptop, weil ich es hauptsächlich zu Hause zum surfen verwende, und ist für den Preis ein echtes Schnäppchen. Also an alle Unentschlossenen: Wenn ihr ein gut verarbeitetes Tablet, mit guter Hardware sucht, und dabei auf einige Dinge (siehe Schwächen) verzichten könnt, dann greift zum Google Nexus 7 von Asus. Um den Preis ein echtes Schnäppchen.

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