Kreuzfeuer in der Metzkerei: Fitnessarmbänder

TeaserDie Futurezone nannte es „Tamagotchi spielen mit sich selbst“ – Fitnessarmbänder machen’s möglich. Im „Kreuzfeuer“, einem kleinen Frage- und Antwort-Spiel, widmen wir (Johannes und ich) uns heute zwei Vertretern: dem Nike Fuelband und dem Flex aus dem Hause Fitbit.

Johannes gibt uns Einblicke in sein Leben mit dem Nike Fuelband, meine Wenigkeit berichtet über die spannenden Abenteuer aus dem Reich des Fitbit Flex. Entscheidet selbst, wer die besseren Antworten hat.

Wie viel kostet der Spaß und wo bekommt man es?

Johannes: Auch zwei Jahre nach dem offiziellen Launch des FuelBand und der Vorstellung des Nachfolgers FuelBand SE gibt es das Armband noch nicht hierzulande zu kaufen. Beziehen kann man’s natürlich trotzdem – etwa in diversen Online-Shops als UK- oder Deutschland-Import. Was man dafür ablegen muss? Zwischen 140 und 180 Euro – gesalzene Preise. Ich selbst hab’s vor ca. einem halben Jahr um 139 Pfund direkt in der Niketown London gekauft.

Chris: Was kostet die Welt? Keine Ahnung, aber das Fitbit Flex (übrigens nur eines von vielen Fitbit Fitness-Produkten) kostet im offiziellen Online-Shop knapp 100 Euro. Meines hab ich noch günstiger – um 90 Euro – am Flughafen gekauft. Denselben Preis zahlt man auch, wenn man das Teil in einem Elektro-Fachgeschäft des Vertrauens kauft. Saturn oder Media Markt zum Beispiel, von denen gibt es eh genug. Was die Anschaffung angeht sollte es also keine billigen Ausreden geben 😉


Zu welchen Dingen ist das Gadget fähig?

J: Das FuelBand misst drei Dinge: Schritte, Kalorien und NikeFuel Points, eine Art Bewegungswährung, aus der man sein Tagesziel definiert, mithilfe derer man sich mit anderen misst und seine Fortschritte verfolgen kann. Das alles basiert – dadurch, dass das Gerät am Armgelenk getragen wird – rein auf Bewegung der Arme, d.h. NikeFuel wird nicht bei allen Sportarten gesammelt. Radfahrer schauen beispielsweise blöd aus der Wäsch‘ und Schwimmer haben mit dem Band auch eher kein Leiber’l, wasserdicht ist es nämlich nicht, nur resistent. Was sonst noch vom FuelBand gemessen wird? Als schicke Armbanduhr natürlich die Zeit.

C: Das Ding ist nicht nur ein modisches Accessoire, nein! Es zählt auch die Schritte, die ich zurücklege, berechnet meinen Kalorienverbrauch, misst die absolvierte Distanz (in km), gibt mir Auskunft über meine aktiven Minuten und tracked meinen Schlaf. Außerdem hat es einen integrierten Vibrationsalarm und wer besonders motiviert ist, kann auch seine Nahrungsaufnahme dokumentieren (dies verbessert die Kalorien-Berechnung, die Dateneingabe erfolgt mittels einer umfassenden Nahrungsdatenbank). Wem das nicht genug ist: Es lässt sich auch ein beliebiges Tagesziel festlegen, welches es zu erreichen gilt.

Wo kann ich sehen, wie geil ich bin?

J: Verwaltet wird das FuelBand über die Nike+ Online-Plattform: Hier kann man seine Statistiken nach Lust und Laune studieren und sich mit der Nike+ Community und Freunden messen. Ganz im Sinne des Gamification-Trends (wenn Nike etwas kann, dann ist es Trends zu setzen und den Fitness-Zeitgeist vorzugeben) werden natürlich auch fleißig Badges gesammelt. Synchronisiert wird das Band durch einfaches Anschließen an einen USB-Anschluss. Mobil dürfen sich leider Gottes nur iOS-Nutzer über eine App freuen (Bluetooth-Sync), Android-User schauen durch die Finger, was der engen Liaison zwischen Nike und Apple geschuldet ist.

C: Am Armband, über die Handy-App oder am Computer. Das Armband verfügt über fünf LED-Lämpchen, welche Auskunft über das eingestellte Tagesziel geben (ein leuchtendes Lämpchen = 20% des Tagesziels). Die App zeigt alle Zahlen in einer Tages-, Monats- oder Jahresansicht, auch die 7-Tages-Schrittsummen von Freunden sind ersichtlich. Wer die volle Dosis an Auswertungen will, der verwendet das Desktop-Dashboard am PC. Dor findet man alles, was das Statistik-Herz begehrt und kann (je nach Einstellungen) auch super seine Fitbit-Freunde stalken: Bist du dir sicher, dass du gestern nicht unterwegs warst?


Was ist der USP des Armbands?

J: Keep it simple – Einfachheit ist Trumpf. Kein unnötiger Schnick-Schnack, keine komplizierten Knöpfe und Einstellungen. Das FuelBand reduziert seinen Nutzen auf das Wichtigste: Beweg deinen Hintern! NikeFuel muss her, egal wie. Und gerade in der eigenen Fitness-Währung liegt die große Stärke des Geräts: Man muss nicht mühsam Schritte, Kalorien, Kilometer etc. zählen, sondern man sammelt NikeFuel. Das klingt nicht nach mühsamer Sport-Quälerei, sondern hört sich verdammt cool an. Und: Es garantiert die Vergleichbarkeit mit der Community und öffnet die Tür zu Fitness als Game. Kurzum: Das FuelBand macht einfach Spaß.

C: Ich kann nur sagen, was für mich ausschlaggebend war: Es ist sowohl mit iOS, als auch mit Android kompatibel (großer Vorteil – Fuelband, *husthust), lässt sich per Bluetooth synchronisieren (JawBone, *husthust*),ist im Vergleich zu vielen anderen wasserdicht und außerdem in der Anschaffung recht günstig. Weiters lassen sich die einzelnen Bestandteile im Online-Shop nachbestellen, man muss also nicht zwingend immer das ganze Band tauschen.


Was nervt dich an dem Ding?

J: Es gibt keine verdammte Android App! Das nervt gewaltig. Synchronisieren am Desktop-Rechner ist so 2004. Aber mit dem Ausschluss der Mitbewerber muss man wahrscheinlich rechnen, wenn sich die zwei Lifestyle-Marken Apple und  Nike auf ein Pack’l hauen.

C: Das Gummiarmband leiert sich nach einigen Wochen ein bisschen aus und beim Sport (Basketball) kann es schon mal passieren, dass das Band in der Hitze des Gefechts aufgeht – aber beides nicht weiter schlimm. Mit ein wenig Übung schafft man auch den Wechsel zwischen Aktivitäts- und Schlafmodus. Man muss nur wissen, wie es berührt werden will (bzw. in welchem Intervall man draufklopfen muss). Wer gerne tobenden Applaus gibt, muss damit rechnen, dass der Modus durch die Vibration unabsichtlich gewechselt wird. Was mich noch nervt: Das Band zeigt mir, wie faul ich an manchen Tagen bin 🙁


Würdest du einem Freund nach drei Bier empfehlen, es zu kaufen?

J: Ich versichere Freunden nach drei Bier auch, dass es eine gute Idee sei, Mr. Bombastic in einer Karaoke-Bar zu singen. Also kann ich mit gutem Gewissen behaupten: Klar würde ich das FuelBand einem Freund empfehlen. Es sei denn, der Freund ist auf der Suche nach einem umfangreichen Fitness-Tracker, der als professionelle Unterstützung bei Trainingseinheiten oder Abnehmprogrammen dienen soll. Das ist das FuelBand nicht – und will es auch gar nicht sein. Wer auf nette Gadgets steht und sich mit Spaß zu mehr Bewegung motivieren will, ist mit dem Nike-Device bestens ausgestattet.

C: Nach drei Bier gebe ich allerhand Ratschläge – sowohl gute, als auch schlechte. Aber ich glaube, dass ich beim Fitbit Flex am nächsten Tag kein schlechtes Gewissen hätte.


Kann deine Mutter damit umgehen?

J: Umgehen vielleicht, aber so weit würd’s gar nicht kommen, weil meine Mutter erstens nicht verstehen würde, was das Ding macht bzw. wofür’s gut ist und zweitens niemals so viel Geld für so etwas ausgeben würde. Die Bedienung ist allerdings so simpel und  intuitiv, wie man das von Nike erwartet, also würde sogar DEINE Mutter damit umgehen können.

C: Fix Oida! Ich hab meiner Mutter eines geschenkt und Mama knows how to do it. Es ist ja auch nicht sonderlich schwer: Armband anlegen, Software am PC installieren und der Rest passiert von ganz allein. Dazu noch ab und zu aufladen und sich selbst bewegen, damit das Ganze auch ein wenig Sinn macht. Aber auch das kann die Mama recht gut, hat sie doch wöchentlich meist doppelt so viele Schritte wie ich. Aber hey, nächste Woche krieg ich dich und das Abzeichen für 35.000 Schritte am Tag hol ich mir auch noch, versprochen!

3 Gedanken zu „Kreuzfeuer in der Metzkerei: Fitnessarmbänder

  1. Hahaha, du glaubst doch nicht wirklich dass du mich einholen kannst, geschweige denn das 35.000 Schritte Abzeichen zu bekommen. Ich bin schon gespannt. LGM

  2. Edit am Rande: Das FitBit ist leider doch nicht über den offiziellen Shop erhältlich, zumindest nicht in Österreich 🙁 Wer eines will, muss zu einem der erwähnten Händler, Zubehör gibt es scheinbar nur über Umwege, sprich Amazon.

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